Fracking ist nicht die Lösung

Kümpel setzt sich seit Jahren für Fracking in Deutschland ein - auch aus Klimaschutzgründen: Denn dass Deutschland immer mehr LNG-Gas aus Übersee bezieht, sieht der Geophysiker kritisch. "Um Erdgas als LNG zu uns zu bringen, ist ein hoher Energieaufwand nötig." Mit eigenem Schiefergas statt importiertem LNG können jährlich zehn Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.

"Zudem sind die Auflagen für Fracking in den Lieferländern unterschiedlich streng", so Kümpel. In manchen Staaten werde bei der Förderung viel Methan freigesetzt, das das Klima deutlich stärker belaste als CO2. "Rechnet man alles zusammen, kommt man auf einen vermeidbaren Gesamtausstoß, der dem der deutschen Zementindustrie entspricht. Wir wollen das Klima schützen, gehen über diese Tatsachen aber einfach hinweg."

Dies sieht auch die deutsche Umwelthilfe (DUH) so, zieht allerdings einen anderen Schluss: Da Fracking im Ausland und die Belieferung Deutschlands mit LNG-Gas dem Klima schadet, setzt die DUH zur Energieversorgung auf den verstärkten Ausbau Erneuerbarer Energien.

Widerstand gegen Fracking in Deutschland

Ebenso wie die DUH spricht sich auch das Umweltbundesamt gegen Fracking aus und beruft sich auf mehrere Gutachten. Die Behörde kommt zum Schluss, dass Fracking sehr wohl zu Verunreinigungen im Grundwasser führen kann: "Besorgnisse und Unsicherheiten bestehen besonders wegen des Einsatzes von Chemikalien und der Entsorgung des anfallenden Abwassers." Zudem sei der Wasserbedarf beim Frackingprozess enorm hoch.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert außerdem einen hohen Flächenverbrauch. Durch diese Fördermethode würden 5.000 bis 10.000 Quadratmeter pro Bohrstelle benötigt. Das sei gerade in einem dicht besiedelten Land wie der Bundesrepublik besonders problematisch.


Quelle: ARD und Süddeutsche Zeitung